Digitaler Überlebenskampf

Der Kampf um die Steckdose wird in unserer Familie mit bitterem Ernst ausgetragen, vor allem in unserer Ferienwohnung in Sölden. Damals, als wir die Dachhälfte im Elternhaus meiner Frau ausgebaut haben, lebten wir in einer unschuldigeren Zeit, und der Innenausbauer hielt zwei Steckdosen im Wohnzimmer und je eine in Küche , Flur und Schlafzimmer für völlig normal und ausreichend. Wie hätte er denn auch das Zeitalter der Gadgets vorausahnen sollen, der uns solche Dinge wie digitalen Mundraub und Steckdosenstau beschert hat.

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Mein Kindle

Eines ist jetzt schon klar. Ich gebe ihn nicht wieder her. Auf Reisen ist er absolut Gold wert, nur leichter als das Edelmetall und viel leichter als die vielen Paperbacks, die ich sonst immer mitschleppen muss.
Als ich allerdings das auch E-Reader genannte Gerätchen zum ersten Mal in Händen hielt, konnte ich mir nicht vorstellen, dass es ein ganzes Buch geschweige denn bis zu 1400 (Herstellerangabe) ersetzen könnte. So unscheinbar, ohne Touchscreen (ich habe einen Kindle 4) nur dunkelgrau/hellgrau anzeigend, wirkte er. Und auch der Bildschirm mit seinen in den Seitenpanelen eingelassenen Tasten zum Vor- und Zurückblättern beeindruckt eher durch seine Mickrigkeit. Dafür passt er, wie ich später feststellte, in die Innentasche jedes Sakkos.
Aber wild entschlossen, nicht weiter am althergebrachten Papier zu kleben – Print-Sozialisierung hin oder her – habe ich den Kindle ins WLAN eingeklinkt und das erste Buch heruntergeladen. Dabei machte ich mit einer weiteren Besonderheit Bekanntschaft. Weiterlesen

Ich heuchle jetzt mal Pinteresse

Der Name des Social-Network-Dingsbums Pinterest ist ein Bisserl gewollt und vordergründig: Ich pinne meine Interessen. Damit ist es auch schon erklärt – vielleicht ist er doch gar nicht so schlecht, der Name.

Zur Zeit kommt man nur durch Einladung, oder aber durchs geduldige Verharren auf der Warteliste zu einem Account, der  Betreiber wird vom Erfolg ein wenig überrollt, nehme ich an.

Wenn meine besonderen Freunde die Abmahn-Anwälte dieses Portal entdecken, wird es bei Porsche mal wieder ordentlich Umsätze geben, denn das Urheberrecht, kann dort unmöglich gewahrt werden, geht einfach nicht.

Ich mag das neue Ding, ist kein Geschwafel, wie Facebook und Google+ oder Business-Kasperkram wie Linkedin und wie hieß es noch gleich, ach ja Xing.

Es sind einfach Pinwände mit Fotos, denen man “Folgen” kann, oder die man nach Interesse sortiert, aus basta.

Alexander Broy gefällt das!

Pinkeln und Posten: Social Media für Doofe

Ich muss mal!

Ich hätte heute Morgen fast in die Hose gemacht vor Lachen als ich auf Facebook über das Bild stolperte, das Andreas Maurer, der Pressesprecher von 1&1, dort gepostet hat, offenbar aufgenommen auf einem der unzähligen Social Media-Konferenzen, die heutzutage weltweit laufen und auf denen mehr oder weniger ahnungslose Manager nach einer Erklärung grapschen dafür, dass sie sich jetzt neben ihrer eigentlichen Tagesarbeit auch noch die Nächte mit Twitter, Facebook & Co. herumschlagen müssen.

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Das Ende eines Dotcoms

So kann es enden!

Kennen Sie Kim Schmitz? Ich schon. Das heißt, ich kannte ihn. Inzwischen gibt es ihn ja gar nicht mehr. Er hat sich in „Kim Dotcom“ umbenennen lassen. Jedenfalls ist das der Name, der auf dem Klingelschild seiner neuseeländischen Villa stand, als jetzt die Polizei mit zwei Hubschraubern anrückte, um ihn wegen massenweise Raubkopierens auf seiner inzwischen stillgelegten Plattform Megaupload zu verhaften. Wie es heißt hat er sich in einen Sicherheitsraum geflüchtet, aus dem ihn die Beamten rausschweißen mussten, bevor sie ihm die Handschellen anlegen konnten.

Es ist weit gekommen mit dem guten Kim. Damals, als ich ihn zum ersten Mal sah, standen wir beide am Stachus vor dem Landgericht München, wo er gerade wegen Betrugs, Computerbetrugs, Bandenhehlerei und Missbrauchs von Titeln zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Das war eine coole Geschichte damals, 1998, und Kim sah auch danach noch cool aus mit seiner randlosen Brille und seinem pausbackigen Altarknabengesicht. Er schwadronierte ein bisschen rum, kündigte an, in die Berufung gehen zu wollen und verschwand dann Richtung U-Bahn.

Was mich eigentlich viel mehr beschäftigt als seine buntschillernde Karriere als ein er der größten Internet-Gauner auf Gottes Erdboden ist sein angenommener Nachname. Das ist nämlich megacool: Kim Dotcom. Darauf musst du erst mal kommen.

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Free Content? Ein alter Hut!

Das Internet sieht schwarz
„Information wants to be free“, so lautet die Mantra einer ganzen Generation von Internet-Nutzern, die im globalen Netz einen Garant für Meinungsfreiheit und Menschenrechte sehen. „Paid content“ gilt in solchen Kreisen als Schimpfwort: Künstler und Konzerne sollen ihre medialen Inhalte kostenlos zur Verfügung stellen und sich anderweitig refinanzieren: Über den Verkauf von Services, zum Beispiel, die aus dem „Rohstoff“ Content durch Veredelung Mehrwert schaffen, oder durch Werbung, die um kostenlose Inhalte herum gruppiert werden. Extremisten fordern sogar ein „kommerzfreies“ Internet, getreu dem libertinären Grundsatz eines „Menschenrechts auf Informationen“: Wer etwas geheim hält oder nur beschränkt zugänglich macht, begeht ein Verbechen gegen die Menschlichkeit.

Auch wenn ich selbst eine Art Westentaschen-Libertinärer bin, der den Gedanken an ein schrankenloses Internet reizvoll findet, so bin ich doch Realist und weiß: Ohne Moos nix los. Im und mit dem Internet wird viel Geld verdient, und zu glauben, dass es anders sein kann, ist hoffnungslose Utopie.

In den USA tobt eine heftige Debatte über SOPA und PIPA, zwei Gesetzesvorlagen im US-Kongress, die Piraterie und Content-Klau verhindern sollen, und gegen die namhafte Technologiefirmen und Inhaltsanbieter wie Google oder Wikipedia mit dem äußersten Mittel ankämpfen: durch Abschalten ihrer Websites. Die Schwarzen Löcher im Internet haben Wirkung gezeigt: Selbst Abgeordnete, die an der Formulierung der Gesetzesvorlagen mitgewirkt haben, treten inzwischen auf das Bremspedal und wollen, wie Senator Marco Rubio von den Republikanern, ein Co-Autor von SOPA, das Ganze jetzt etwas langsamer angehen, um Zeit zum Nachdenken über mögliche negative Konsequenzen für die Meinungsfreiheit zu gewinnen.

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Also,Twittern kann er, der Götterbote!

Ich vermute einmal, es ist ein offenes Geheimnis, dass die Zahl von Abgängern von Eliteinternaten bei Hermes-Boten relativ gering ist. Ich wage sogar zu behaupten, dass die Zahl der Analphabeten bei Hermes überdurchschnittlich hoch ist. (Ich meine nicht den Juristinnen und Juristen Ausstatter in Paris, sondern den Paketdienst.)

Bei all den Logistigdienstleistern, wie DHL, GLS, DPD, UPS und wie sie auch immer heißen mögen, ist es eigentlich die Regel, dass die Pakete ein paar Tage später ankommen. Nur bei Hermes ist das immer so eine Sache. Hat man sich bei Ebay irgendetwas tolles, ganz billig “geschossen” und denkt der Adrenalin-Spiegel könne nach der Bieterschlacht kaum noch höher steigen, weit gefehlt, das grosse Zittern beginnt erst, wenn einem der Verkäufer eine Hermes-Tracking-Nummer geschickt hat – Au weia. Hermes!

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Social Speeding

Gemeinsam sind wir stark, das ist das neue, alte Motto im Zeitalter des Social Web. Wenn wir zusammenhalten und uns austauschen, erreichen wir mehr, als wenn jeder nur so vor sich hinwurschtelt.

Der amerikanischen Firma Escort, Hersteller von Radardetektoren, ist es nun zu verdanken, dass sich das Spektrum des heißen kollektiven Bemühns um die Frage der flotten Fortbewegung bereichern lässt. In den USA haben bekanntlich viele Autofahrer ein Warngerät auf dem Armaturenbrett liegen, der sie rechtzeitig durch lautes Piepsen auf Radarfallen der Polizei hinweisen.

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Trinken statt Flattern


Das mit dem Micropayment für Blogger / Podcaster ist ja immer noch irgendwie quatsch und funktioniert nicht wirklich. Dieses Geflatter( Flattr ) kapiert niemand wirklich, die Gebühren sind hoch und der Zwitscher/Flatter Bezug schon die Spitze der Lustichkeit.

Alle Umfragen ergeben dass User eigentlich bereit sind für Inhalte zu bezahlen, per Paypal einen Betrag in den virtuellen Hut zu werfen ist nicht wirklich stilvoll, aber jetzt endlich gibt es eine angemessene Art seinen Lieblingsblogger für dessen Arbeit, sprich seine Inhalte, zu vergüten. – Man gibt ihm ein Bier aus! und

zwar bei Buddy Beers, einem kleinen Startup aus Berlin.

Man registriert sich bei BuddyBeers http://buddybeers.com  (geht auch über Facebook) wählt eine Stadt/Eine Kneipe und die Anzahl der Biere, die man ausgeben möchte – fertig! Der beschenkte bekommt eine Nachricht und beim nächsten Besuch in der ausgewählten Kneipe gibts ein Bier.

Noch Fragen? Nein? oder … vielleicht nur noch eine: Wie kann ich den Czyslansky-Brüdern ein Bier ausgeben, wo ist der Buddy Beer – Button?

 

Das Internet macht die Welt zum Dorf: Facebook ist sein Bäcker, Twitter sein Friseur. Oder: Ignoranz schützt nicht vor Shitstorms

shitstorm

Man kann nicht “nicht kommunizieren” und was Paul Watzlawick schon 1969 so griffig postuliert hat, gilt selbstverständlich auch für die sozialen Medien: Man kann sich da nicht heraushalten.

“Ich geh erst gar nicht in diese sozialen Medien, dann kann mir auch nix passieren!” Dies musste ich mir vor einigen Tagen mal wieder von einem Inhaber und Geschäftsführer eines mittelständischen B2B-Betriebs anhören. Ihm seien die Fahrwasser der sozialen Medien viel zu gefährlich, als dass er seiner “Marketing-Dame” ihren Spleen in Bezug auf eine eigene Facebook Page und einen Corporate Twitter Account durchgehen lassen würde.

Der Mann hat das Zeug zum Präsidenten.

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